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Die individuellen Wege der Stipendiaten

Unsere Stipendiaten sind motivierte junge Menschen, die sich in vielfältiger Weise engagieren. Alle Teilnehmer befinden sich in Ausbildung, einem Studium oder einer ersten beruflichen Tätigkeit. Die Geschichten der GEH DEINEN WEG-Stipendiaten sind so vielfältig, wie die Wege, die sie gegangen sind. In der folgenden Grafik erhalten Sie einen kleinen Einblick in die GDW-Gemeinschaft. 

Hinter jedem Stipendiaten steckt eine persönliche Geschichte und ein individueller Lebensweg. Unterschiedliche Gründe bewegen die Stipendiaten, am Stipendienprogramm GEH DEINEN WEG teilzunehmen. So betrachtet die in Kabul geborene Laila das Stipendienprogramm als eine Möglichkeit, sich weiterzubilden und anderen Menschen mit ähnlicher Geschichte Hoffnung zu schenken.

 „Von klein auf wurde mir vermittelt, dass man sich in der Gesellschaft durchkämpfen müsse, wenn man es zu etwas bringen wolle. Da ich in einem afghanischen Elternhaus aufwuchs, das keinen akademischen Hintergrund hat, lernte ich bereits früh in meinem Leben, hart zu arbeiten und Verantwortung zu übernehmen. Sei dies durch das Betreuen meiner jüngeren Geschwister oder auch durch das selbstverständliche Mithelfen im Familienunternehmen. Somit wurde ich stark geprägt und durfte lernen, flexibel, zielstrebig und selbstständig zu sein. Dazu kamen Praktika und Ferienjobs, die immer eine positive Herausforderung waren, um Neues zu lernen und mir auch eine Chance boten, mein Können und meine Begeisterung unter Beweis zu stellen und Erfolge zu erleben. In Afghanistan haben viele Kinder nicht die Möglichkeit, ihr Können wirklich unter Beweis zu stellen und erfolgreich zu sein. Ich bin der festen Überzeugung, dass man ganz unabhängig von seiner Herkunft alles erreichen kann. Mit der Unterstützung der Familie und der Freunde. Mit meinem Studium im Bereich Business will ich zeigen, dass Frauen in der Lage sind, Führung zu übernehmen, was in den östlichen Ländern nicht immer üblich ist.“

Der hochmotivierte Salih engagiert sich seit seiner Schulzeit bei verschiedenen Organisationen und Projekten. Er betrachtet die Stipendiaten von GEH DEINEN WEG als Vertreter der schweigenden Mehrheit von Eingewanderten, die diese Gesellschaft schätzen, weil sie selber Teil der Gesellschaft sind.

„Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Integration eine Frage des Denkens ist. Auf der einen Seite muss man bereit sein, sich der Gesellschaft zu öffnen, an ihr zu partizipieren und sich ihr zugehörig zu fühlen, während man dies auf der anderen Seite aber auch willkommen heißen muss. Als Schülersprecher, als Feuerwehrmann, als Parteimitglied und in jeder anderen Funktion, die ich innehabe oder jemals inne hatte war ich auf die Offenheit meiner Mitmenschen angewiesen, die mir die Hand reichen und mich gleich behandeln, während sie von mir erwarten durften, dass ich Teil dieser Gesellschaft bin und sein möchte. Es gibt viele junge Leute in Deutschland, die aus mannigfaltigen Gründen den Anschluss an die Gesellschaft verpassen, hier möchte ich ansetzen und helfen, hier möchte ich Vorbild sein, hier möchte ich über die Stiftung weitere Vorbilder kennenlernen und mich mit ihnen vernetzen. Es gibt eine viel zu laute Minderheit von Negativbeispielen, die jeder hört und sieht, während eine schweigende, gut integrierte Mehrheit von Migranten in Deutschland in Misskredit gebracht wird und sich dadurch immer weiter in die Ecke gedrängt fühlt."

Die engagierte Stipendiatin Linh betrachtet das Stipendienprogramm GEH DEINEN WEG als eine Chance, sich persönlich und beruflich weiterzuentwickeln.      

„Integration war nie ein großes Thema für mich, als ich klein war… doch je mehr Zeit verstrich, desto deutlicher wurde mir bewusst, dass andere mich nicht als Deutsche wahrnahmen. Alle meine persönlichen Erfolge wurden sofort mit den Stereotypen einer Asiatin gleichgesetzt, was mir erschwerte anderen Leuten zu zeigen, dass man nicht unbedingt diesen Vorurteilen glauben muss. Gehöre ich der deutschen oder der vietnamesischen Gesellschaft an? Ich versuche immer noch, mich zu orientieren, aber ich weiß, dass ich nicht versäumen will, in beiden Welten zu leben. Durch eine bikulturelle Lebensart hat man eine offenere Einstellung zu fremden und andersartigen Kulturen. Bin ich in Deutschland integriert? Integration setzt nicht nur voraus, dass ich bereit bin, die deutsche Welt zu akzeptieren, sondern auch, dass die deutsche Gesellschaft bereit ist, mich aufzunehmen und als Deutsche zu akzeptieren. Ich finde es gut, dass Deutschland bemüht ist, dieses Defizit auszugleichen. Ich möchte zeigen, dass Integration und Integrationsbemühungen nicht umsonst sind. Ich möchte in einem größeren Rahmen aktiv sein und mehr Menschen kennenlernen. Dafür brauche ich einen Mentor, der mir bei Fragen hilft.“

 


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